Facebook: So können Seiten-Betreiber die Sichtbarkeit im Newsfeed beeinflussen

Wer bei seinen Abonnenten im Newsfeed auf Facebook immer ganz vorne mit dabei sein will, muss Einiges beachten. Zwar kennen auch wir den genauen Algorithmus nicht, den die Social Media-Plattform benutzt, um die Inhalte für seine Nutzer zu filtern, aber wir geben hier ein paar nützliche Tipps, die Seiten-Betreiber dabei helfen sollen, ihre Sichtbarkeit im Newsfeed positiv zu beeinflussen. Zudem wird erläutert, was man tun kann, um mehr User zu erreichen und was gar nicht geht und was sofort vom Social Media-Giganten mit einer wesentlich schlechteren Position im Newsfeed abgestraft wird.

Wenn man bei Facebook eine Seite betreibt, kennt man das Problem: Es ist in letzter Zeit immer schwieriger geworden, Reichweite zu generieren und im Newsfeed der User aufzutauchen. Was die Nutzer angezeigt bekommen, das entscheidet nämlich einzig und allein der Social Media-Gigant selbst, beziehungsweise ein Algorithmus, der natürlich streng geheim ist. Facebook will nicht, dass seine User durch die Vielzahl neuer Beiträge in kurzer Zeit die Lust verlieren, sich durch ihren Newsfeed zu scrollen und so die Plattform schnell wieder verlassen. Bei einem durchschnittlichen Nutzer kommen jeden Tag ohne Filterung schnell 400 bis 500 unterschiedliche Inhalte zusammen. Wer dazu noch viele Freunde hat, bei dem steigert sich dieser Wert schnell exponentiell auf über 1.000 zu lesende Postings am Tag. Wenn man sich nun vorstellt, dass man pro Tag über 1.000 Mails erhält, wäre dann das Lesen dieser Mails noch attraktiv? Wohl kaum. Also wird der Nutzer analysiert, alle Posts werden gefiltert und ihm werden danach nur noch die für ihn relevantesten Ergebnisse angezeigt.

Ist diese Filterung nun gut oder schlecht für Unternehmen als Seitenbetreiber?

Klar, die Vorauswahl durch Facebook verhindert, dass nie alle Fans erreicht werden. Somit nimmt die organische Reichweite bei vielen Unternehmen immer mehr ab. Das liegt aber auch daran, dass fast jedes Unternehmen eine eigene Facebook-Seite betreibt und dadurch natürlich ein besonders hoher Konkurrenzdruck im Facebook-Feed herrscht. Deswegen kommt auch niemand mehr, wenn er auf der Social Media-Plattform Erfolg haben will, an Werbeanzeigen vorbei. Eine hohe Reichweite ist eben nun mal nicht umsonst zu bekommen. Dennoch bleibt festzuhalten, dass man mit einem für die User relevanten Artikel schneller im Newsfeed erscheint, als mit vielen irrelevanten News. Wer also gute Inhalte bietet, dem hilft dieser Algorithmus dabei, besser zur Zielgruppe vorzudringen.

Auf diese grundlegenden Faktoren sollten Unternehmen achten

Vor allem die drei Faktoren Affinität, Gewichtung und Zeit entscheiden darüber, ob der Post bis zur Zielgruppe durchdringt oder ob er es nicht schafft, weil er vorher vom Algorithmus aussortiert wurde. Die Affinität ist ein Faktor dafür, welcher generell die Beziehung zwischen der Unternehmens-Seite und dem User beschreibt. Also seit wann ihr dieser User Fan der Seite, wie oft interagiert er mit dieser Seite. In die Gewichtung fließt die Anzahl der Interaktionen mit dem jeweiligen Beitrag ein. Hier wird darauf geachtet, wie oft der entsprechende Artikel geliked, kommentiert und eben auch geteilt wurde. Hierbei kommt es aber nicht in jedem Fall auf die Menge der Interaktionen an. Auch die Zeit, in der gepostet wird, ist ein wichtiger Einflussfaktor auf die Sichtbarkeit eines Posts. Dabei geht es nicht unbedingt um morgens oder abends, sondern eher um den Zeitabstand zwischen der Veröffentlichung eines Postings und dem letzten Login des Nutzers. Je kürzer dieser Abstand ist, desto besser. Aber auch das ist kein Dogma, denn wird der Beitrag von Facebook als wirklich relevant eingestuft, kann es auch ein älterer Beitrag in den Newsfeed schaffen.

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Weitere Einflussfaktoren

Neben den drei Grundfaktoren sollte man auch auf einige andere Einflussfaktoren achten, die im ersten Moment vielleicht gar nicht so wichtig erscheinen, aber in ihrer Gesamtheit doch schon ziemlich relevant sein können. Gute Nutzerbewertungen ergeben sich einfach aus relevanten Beiträgen für die User und aus einer häufigen Interaktion mit ihnen. Auf keinen Fall sollte aber zu offensiv um eine Interaktion gebettelt werden. Das wird von Facebook mit einer schlechteren Sichtbarkeit bestraft.

Auch wichtig: die Beitragsart. Hier kommt es darauf an, das richtige Format für den gewünschten Zweck zu finden. Will man den User auf die Homepage locken, kommt nur der Link Post in Frage. Sind ausschließlich Aufmerksamkeit und Interaktionen gefragt, so ist ein Bild Post die richtige Lösung und wenn es eine ganze Auswahl an Inhalten gibt, so sollte man den Carousel Post einsetzen. Hierbei sollte möglichst viel Abwechslung geboten werden, denn zehn Bild Posts hintereinander langweilen die Nutzer.

Wichtig ist im gewissen Maß aber eben doch der Zeitpunkt, wann gepostet wird. Inhalte sollten natürlich dann veröffentlicht werden, wenn auch die meisten User online sind. Dabei gibt es dann natürlich auch wieder die Einschränkung, dass wohl auch die meisten Mitbewerber um diese Zeit posten werden und somit der eigene Post in der Masse schnell untergehen kann. Dazu ist es dringend notwendig, die Gewohnheiten der Zielgruppe zu kennen. Ist diese ständig online, darf es auch schon mal ein Post mehr sein, aber wenn die User nur zwei Mal die Woche online sind, sollten sie nicht mit vielen Posts überfordert werden und man selbst sollte lieber noch mehr Wert auf die Recherche der Inhalte legen. Zum Kennenlernen der Zielgruppe hilft oft ein Blick in die Statistiken. Eine gewisse Regelmäßigkeit ist natürlich auch wichtig. Stehen in einer Woche sechs Posts auf dem Plan, so sollten diese natürlich nicht hintereinander weg innerhalb von nur fünf Minuten herausgeschickt werden, sondern sich schön auf die gesamte Woche verteilen. Gut kommt es bei Facebook auch an, lädt man Videos direkt hoch, anstatt bloß mit einem Youtube-Video noch einen weiteren Link Post abzusetzen.

Ein weiterer Faktor ist leider immer noch, auch in Zeiten von LTE, die Verbindungsgeschwindigkeit. Wird eine geringe Geschwindigkeit von Facebook registriert, so werden im Newsfeed weniger Video Posts angezeigt. Wer nun gerade einen solchen Beitrag abgesetzt hat, läuft also trotz relevantem Inhalt Gefahr, einige User nicht erreichen zu können.

Das geht gar nicht!

Die größte Strafe für einen Seitenbetreiber, die er direkt vom Nutzer bekommen kann, ist, dass der User entweder einen einzelnen Beitrag verbirgt oder dass er, noch viel schlimmer, die Seite gleich komplett aus dem eigenen Newsfeed verbannt. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein User diese Entscheidung von selbst wieder rückgängig macht, geht leider gegen Null. Beim Weg zurück helfen nur Sponsored Posts, die natürlich Geld kosten.

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Was bei Facebook auch überhaupt nicht gut ankommt, sind Linkbaits. Facebook registriert, wenn zwar viele User auf einen Link klicken, aber danach gleich wieder zum Social Media-Netzwerk zurückkehren, weil der Linkinhalt für sie völlig uninteressant war. Auch ganz oft hintereinander hochgeladene Videos oder ein sehr häufig gepostetes Bild kommen gar nicht gut an. Zudem werden reine Text-Beiträge nicht gern gesehen. Zu stark werbende Inhalte, die nur darauf abzielen, dass sich der User an einem Gewinnspiel beteiligt oder sich eine App aufs Smartphone lädt, sollen weniger prominent im Newsfeed platziert werden. Das Gleiche passiert, wenn Inhalte aus einer Facebook-Anzeige in einem regulären Beitrag erneut verwendet werden.

Zum Schluss nochmal das Wichtigste zusammengefasst:

Man sollte auf jeden Fall darauf achten, zeitnahe und vor allem relevante Beiträge zu erstellen. Dabei sollte man möglichst die Beiträge liefern, die die User auch wirklich interessieren. Auch wenn das ziemlich vage klingt und Facebook das nur anhand von Likes, Kommentaren und Nutzungsdauer misst, so kommt es doch darauf an, dass die Texte möglichst aktivierend auf den User wirken und den Usern auch inhaltlich einen möglichst großen Mehrwert liefern. Wer interessanten Content liefert, mit dem treten die Nutzer viel leichter in Kontakt und interagieren. Dann bauen sich auch die Glaubwürdigkeit und ein Vertrauensverhältnis auf. Man sollte sich also immer fragen, ob man diesen Inhalt selbst teilen und weiterempfehlen würde und man sollte sich zudem Gedanken machen, ob die User diesen Inhalt überhaupt in ihrem Newsfeed sehen wollen.

Bilder: © Fastlane, Facebook

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