Google Web Fonts: Komfortablere Verwaltung der Fontsets

Die zunehmende Zahl von Schriftarten der Google Web Fonts macht eine übersichtliche Einbindung der Fonts im Entwicklungsprozess des Designs zunehmend schwierig. Google kündigte deshalb auf der Google I/O 2011 an, das Angebot zu einem Verzeichnis um- und auszubauen.

Mittlerweile sind um die 500 Webfonts im Angebot, die im Gegensatz zu den bisherigen 80 auch noch komfortabler und unkomplizierter zu handhaben sind. Deshalb sollten Entwickler, die den Web Fonts des Internetriesen bislang skeptisch gegenüberstanden, auch mal einen Blick riskieren.

Mit dem neuen Interface der Google Web Fonts Directory ist es nun endlich möglich, eine Preview des eigenen Textes zu erstellen. Damit können Schriftarten untereinander verglichen werden und auch die Auswirkungen des verwendeten Fontsets auf die Seitenladezeit kann beziffert werden. Zudem ist es möglich, die angebotenen Schriften nach verschiedenen Kriterien zu filtern. Ab sofort sind auch Webfonts außerhalb des lateinischen Alphabets enthalten. Ein rasanter Zuwachs an neuen Fonts ließ das alte System schlicht an seine Grenzen stoßen. Um die wachsende Anzahl an Schriftarten noch effektiv und sinnvoll verwalten zu können, wollte das Entwickler-Team bei Google ein Interface entwickeln, mit dem sich dieser Zuwachs an Fonts noch effektiv verwalten lässt.

Die Google-Fonts-Developer-API ermöglicht nun den Entwicklern auch einen Zugriff über eine Schnittstelle auf die stetig größer werdende Webfonts Directory. Darauf kann man dann aus Webseiten, Apps und anderen Softwareprodukten zugreifen. Die API liefert alle im Verzeichnis vorhandenen Schriftarten über einen Feed an die anfragende Stelle zurück, wo sie dann eingebunden werden können. Auf dieser Basis entstanden einige Anwendungen, wie zum Beispiel Faviconist oder das Extensis Web-Font-Plugin für Photoshop. Mit der Web-App Faviconist lassen sich in Sekundenschnelle die kleinen Google Favicons auf der Basis von Google Fonts designen. Mit Hilfe des Extensis-Plugins kann man auch in Adobe Photoshop (ab CS5) die Google-Fonts-Directory verwenden. Beide angesprochenen Erweiterungen kann man kostenlos nutzen. Lediglich das Extensis-Plugin benötigt die 30-Tage-Trial-Version des Schriftenmanagers Suitcase Fusion. Aber auch nach Ablauf dieser Frist kann das Plugin weiter genutzt werden. Da diese Erweiterung aber nicht nur Open Source-Schriftarten verwendet, sondern auch WebINK-Fontsets zurückgreift, ist Vorsicht geboten. Aus Lizenzgründen verbietet sich deren Verwendung für andere Produkte als für Webdesign-Mockups. Wer diese Probleme vermeiden möchte, erstellt sich einfach keinen WebINK-Account.

Auch neu sind die vom Google-Team eingeführten Collections, die eine Auswahl der Web Fonts wie in einem Onlineshop ermöglichen. Der Entwickler kann beliebig viele dieser Sammlungen (sog. Collections) anlegen, in denen er dann die Schriftarten dauerhaft ablegen kann. So kann man die Sammlungen nach Kunden oder Projekten benennen und behält damit stets den Überblick über die verwendeten Web Fonts. Die Collections können allerdings nicht im Fonts-Directory gespeichert werden, sondern lediglich als ZIP-Datei heruntergeladen werden. Die gespeicherten Collections können nacheinander angelegt, gespeichert und anschließend verglichen werden. Man kann sie auch in Testlayouts implementieren. Am Ende werden die HTML-Codezeilen für die Verwendung erstellt. Für eine verbesserte Vorschau implentierten die Google-Entwickler diverse Vorschaumöglichkeiten: Entweder nur für ein Wort, einen Satz oder auch einen kompletten Absatz. So lassen sich schnell verschiedene Fallanwendungen prüfen.
Eine weitere wichtige Neuerung für die Entwicklung neuer Fonts ist die Finanzierung solcher Projekte über Crowdfunding über die Plattfrom “Kickstarter”. So können Entwickler für ihre Projekte werben und diese finanzieren. Falls es sich dabei um die Erstellung eines Fontsets für die Google-Web-Fonts-Directory handeln sollte, wird die Finanzierung zu einem Großteil von Google selbst übernommen. Der Rest wird dann über das Crowdfunding finanziert und die so entstandenen Schriftarten werden meist als Open Source-Fonts bereitgestellt.

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